Von Belastbarkeitsgrenzen und der Sache mit dem Lernen

Ich bin frustriert. Ich bin so frustriert darüber, dass ich so wenig belastbar bin. Ich bin frustriert darüber, dass ich das nächte Jahr noch arbeitsunfähig geschrieben sein werde. Ich bin genervt, dass mir heute alles zu viel war und ich „einen Nervlichen“ hatte.

Ich arbeite ein bis zwei mal die Woche über eine Institusambulanz auf einem kleinen Gnadenhof. Nach dem Motto „Patienten helfen Patienten“. Das ist eine wirklich klasse Sache und ich liebe es dort einfach. Ich bin auch ein totaler Tiermensch. Aber heute bin ich maßlos über meine Grenzen gegangen. Angefangen hat es damit, dass meine Mitfahrgelegenheit spontan weg musste. Abgemacht war, dass wir um 15 Uhr zurück fahren. Zuhause war ich erst um 17.30 Uhr. Es hat sich für mich furchtbar angefühlt, wie ausgeliefert sein. Ich komme nicht weg, auch wenn ich weg will. Ich komme nicht nach Hause. Da fing meine Panik schon an, vorallem weil ich nicht wusste, wann die Person wieder kommt und wir zurück fahren können. Ich denke das war einfach mit der größte Auslöser. Aus dieser Situation heraus wurde ich immer gestresster. Es war mir plötzlich alles zu wuselig und zu laut. Dann strömen alle Sinneseindrücke wie ungfiltert auf mich ein und ich will mich am liebsten in Luft auflösen. Und statt der Situation zu entfliehen und mir ein stilles Plätzchen zu suchen um runter zu kommen, habe ich mal wieder einfach weiter gemacht. Oft merke ich es erst zu spät, dass ich mich zurück ziehen sollte. Und zack, brennt mir eine Sicherung durch und ich bin nur noch am Schluchzen und Zittern und laufe so schnell ich kann einfach nur noch weg und mit etwas Pech fange ich an zu dissoziieren. Dann steigt die Anspannung in mir drastisch und ich verkrampfe ganz doll. Aber genau dafür bin ich ja dort. Um zu testen wo meine Belastbarkeitsgrenzen sind. Um zu schauen, was ich brauche und was ich definitiv nicht brauche, wie die Arbeitsbedingungen sein müssen damit ich nicht überbelastet bin. Und in solchen Situationen steht mir ja zum Glück mein Therapeut zur Seite. So ist das Ganze konzipiert. Er hat dann mit mir telefoniert und mich aufgefangen und den Termin, den wir eigentlich noch gehabt hätten, auf Montag verschoben, damit ich mich ausruhen kann, wenn ich zuhause bin. Und nun bin ich Zuhause. Endlich. Vor einiger Zeit hätte ich noch „Was für ein Scheisstag“ gesagt, aber heute will ich bewusst immer etwas positiven aus Allem ziehen. Und der Tag heute hat mir gezeigt wo ich stehe und in solchen Situationen erfahre ich einfach viel über mich selbst und worauf ich das nächste mal achten muss. Und natürlich gibt es auch Tage, da hätte ich die heutige Situation auch weg gesteckt. Aber das ist bei mir so ziemlich unberechenbar. Halt ganz schön instabil. Und das frustriert mich. Aber ich muss es aktzeptieren, denn es wird sicher nicht besser dadurch, dass ich mir selbst Druck mache und ständig nur frustriert darüber bin. Halt das Beste daraus machen und mein Leben danach gestalten. Es anpassen. Damit ich leichter leben kann.
Ich weiß ich bin auf dem richtigen Weg, alles braucht seine Zeit. Ich arbeite daran, gelassener zu werden.

Wie war Euer Tag? Was habt ihr heute Neues über Euch gelernt oder ist Euch wieder mal ins Gedächtnis gerufen worden?
Einen ruhigen, besinnlichen Abend Euch! 🙂

Kathi

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3 Gedanken zu “Von Belastbarkeitsgrenzen und der Sache mit dem Lernen

  1. Hallo Kathi hiermit antworte ich auf dein Kommentar den du mir hinterlassen hast ja ich verbringe sehr viel Zeit vor dem Fernseher meine Augen sind schon viereckig :p. Wenn ich nichts mache krübel ich zuviel übers Leben das Fernsehen lenkt ein bisschen ab. Raus gehen ist nicht schlecht mir fehlt nur etwas der antrieb immer aber wenn ich in der Gymnastik bin im nebenort setze ich mich manchmal bei schönem Wetter in mein Lieblings Kaffee. Einen Spaziergang machen ist so ne sache weil ich fast nichts mehr sehe etwa vergleichbar wie wenn du durch eine küchenrolle schaust und alles drumherum alles weg ist und du nur das in der Rolle siehst deshalb muss da immer jemand mit mir mit. LG joni kochjonis.blogspot.com

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    • Hi Joni,

      Mir ist sofort die Frage in den Kopf geschossen ob Du einen Betreuer hast, der Dich unterstützt!? Ich bekomme zukünftig über die Eingliederungshilfe auch Unterstützung beim Einkaufen und anderen Dingen, die mir alleine schwer fallen. Wäre doch toll wenn Du jemanden an der Seite hast, der Dir hilft deine Tage zu gestalten. Und eben auch regelmäßig mit Dir raus geht. Hast du einen Wald in der Nähe? Gerade wenn du Schwierigkeiten mit dem Sehen hast ist der Wald doch toll. Die Stille vorm Menschen, die Vögel, die Du hörst. Der intensive Geruch nach aufgebrochener Erde, dieser schwer mit Worten zu beschreibende wunderbare Geruch nach Wald und Frieden. Dort sind alle Sinne gefragt. Und ich kann mir gut vorstellen dass es gut tut, sich auch auf andere Sinnesorgane zu konzentrieren. Und das mit dem Antrieb kenne ich auch zu gut. Wenn ich meinen Hund nicht hätte, würde es mir sicher noch schwerer fallen raus zu gehen. Dabei tut es so gut und hinterher frage ich mich warum es solch eine Überwindung ist, da ich mich hinterher ja viel besser fühle.

      Alles Liebe, Kathi

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