Vom Schönreden und heile-Welt-spielen

Wenn ich eines gut kann, dann ist es mir selbst etwas vorzumachen. Das kann ich gut vor mir und das kann ich gut vor meinem Therapeuten. Ich belüge mich dann selbst. Ich verharmlose  vieles und spiele meine „Probleme“ runter. Und wenn es um Moral und Vernünftigkeit geht, bin ich eh immer ganz oben auf der „brave-Mädchen-Skala“. Ich wäre so gern das nette Mädchen von nebenan, mit gutem Schulabschluss und der Fähigkeit immer die richtigen Worte zur richtigen Zeit zu sagen. Bin ich aber nicht. Ich sage das Ziel ist es, diese vernünftige, liebenswerte,  junge, erwachsene Frau zu werden. Mein Therapeut sagt das Ziel ist es, zu sehen, dass ich, trotz meiner Eigenschaften, die ich für negativ und inaktzeptabel halte, diese junge, liebenswerte Frau bin.
Aber ich will jetzt nicht so negativ wirken. Ich bin schon ein ganzes Stück voran gekommen. Im vergangenen Jahr habe ich sehr viel über mich selbst gelernt. Man könnte fast sagen, die fremde im Spiegel hat sich mir vorgestellt und sie ist mittlerweile eine gute Bekannte, die ich in einigen Situationen noch nicht ganz so gut einschätzen kann.
Aber ich finde sie interessant und die Vorstellung irgendwann mit ihr befreundet zu sein erweckt in mir ein Gefühl der ungeahnten Möglichkeiten.
Ich glaube gemeinsam könnten wir die Welt sogar wieder ein bisschen besser machen. Aber bis dahin liegt noch ein langer, steiniger Weg mit vielen Missverständnissen, Verletzungen und Debatten über Moral und Ethik vor uns.

Kathi

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s